Bericht zur Lagerfeuerlesung

Mit ein paar Tagen Verspätung und nachdem unser Wohnzimmer wieder halbwegs von der SecondLife Übertragungszentralle zurück gerüstet ist, wollte ich jetzt doch noch einen kleinen Bericht über die Lagerfeuerlesung zum einjährigen Bestehen der SL Schreibgruppe geben. Als ich Anfang des Jahres die Lesung initiiert hatte, dachte ich mir noch, sprich einfach ein paar Leute an und dann läuft das schon. Im Groben passte das auch. Aber als die Lesung näher rückte, wurde mir doch etwas mulmig. Schließlich war es die erste Veranstaltung dieser Art, die ich organisiert habe. Besonders da ich mir noch ein paar Gäste eingeladen hatte und wir zu Dritt waren, die von meinem Computer aus lesen wollten, wurde mir, je näher der Termin rückte, langsam klar, dass diese Veranstaltung ein bisschen größer wurde, als ich zu Anfang gedacht hatte.

Bild zur Lagerfeuerlesung
Quelle: Blog von BukTom

So gegen 19 Uhr am Sonntag war die Technik aufgebaut. Die Kabel zwischen Standmikrofon Computer und Fernseher im Wohnzimmer waren gezogen, und der Wein für die Gäste war kalt gestellt. Dann träufelten die ersten Gäste ein und ich hatte glücklicherweise nicht mehr viel Zeit mir Horrorszenarien auszumalen, wie der DSL-Router abraucht, und ich mit sechs Gästen und schwarzen Bildschirm da stehen würde, nachdem ich diesen die letzten Monate enthusiastisch erzählt hatte, wie toll doch virtuelle Lesungen seien. Aber die Technik spielte mir glücklicherweise keinen Streich und so konnte die Lesung, wie geplant um 20 Uhr starten. Knapp 20 Personen zählte ich auf Markus Hühnensphere. Mit meinen 6 real anwesenden Gästen waren deutlich über 20 Zuhörer bei der Lesung gewesen, was ich für eine schon gute Besucherzahl halte. Meine realen Gäste hatten es sich mit Knabberkram und Getränken auf dem Sofa bequem gemacht und die virtuellen Avatare saßen entspannt um das Lagerfeuer. Es ging mit dem Beitrag „Feuerzeug Reloaded“ von Victoria Dohle los. Die Tonqualität war gut und wir lauschten gebannt der Geschichte. Als die Geschichte sich dem Ende näherte, huschte ich aus dem Wohnzimmer wieder zu meinem Computer und hatte Hildegard Schaefer mit im Schlepptau, die gleich als nächstes ihren Auftritt hatte. Einige Schmunzler hatten wir dann auf unserer Seite, als mein Avatar dann mit gespaltener Persönlichkeit (und Stimme) auftrat. Da sie keinen eigenen SL-Account hat, hatte ich sie halt einfach über meinen Avatar lesen lassen.

Hildegard lass dann zwei kurze Geschichten aus ihrem Bereich „schräge Mystik“, wie sie es so schön nennt. Besonders die Geschichte „Kinderaugen“, in der es um kleine Elfen im Garten ging, schien gut angekommen zu sein (Wer möchte kann hier übrigens noch ein paar Texte von ihr finden). An dritter Position las Jan-Tobias Kitzel die postapokalyptische Geschichte „Kleiner Kürbis“. Eine Geschichte, die ich persönlich brillant finde, die ich aber nicht häufig vertrage. Das Ende ist nichts für schwache Nerven. Und ich gebe unumwunden zu, dass diese Geschichte meine private Belastungsgrenze schon gut strapaziert. Nach Jan-Tobias las Christoph Nerger die Geschichte „Revival“, in der es um eine Wanderung zwischen Traum und Wirklichkeit und durch Raum und Zeit über die Hamburger Reeperbahn geht. Dabei konnte man einer netten Unterhaltung zwischen John Lennon und Hans Albers lauschen. Auch er las über meinen Avatar, sodass sich meine virtuelle Persönlichkeit zum zweiten Mal aufspaltete. Aber inzwischen schien sich das Publikum daran gewöhnt zu haben. Der nächste Programmpunkt musste leider ausfallen, da der Vortragende massive Technikprobleme hatte, die auf die Schnelle nicht zu beheben waren. Insofern hatte ich dann als letzter Vortragender noch meine Geschichte „Fehler mit Folgen“ gelesen, die in einer nahen Zukunft angesiedelt ist und darum geht, dass die Gedankengänge und Entscheidungen einer KI zu unerwarteten Ergebnissen führen können.

Nun, mit diesen Beiträgen war der Abend auch schon gut gefüllt gewesen. Gegen 21 Uhr 45 löste sich die Lagerfeuerlesung nach Ende des letzten Beitrages langsam auf. Auch ich bin dann nicht mehr lange online geblieben, und habe mir ganz offline auch noch ein Gläschen Wein mit meinen Gästen gegönnt.

Hier sind noch ein paar Berichte zu der Lesung:

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2 Antworten auf Bericht zur Lagerfeuerlesung

  1. Und es hat Riesenspass gemacht! Danke fürs Organisieren!

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